Der Hafen Marseille-Fos mit mm-Kontrolle

Der Hafen Marseille-Fos in Südfrankreich, der nur noch von Le Havre in der Normandie übertroffen wird, beabsichtigt, seine Containerumschlagskapazität von über einer Million Einheiten 2010 zu verdoppeln! Der Standortausbau wurde 2XL genannt.
Fünf Monate lang schufteten Mannschaften der Eurovia Mediterranean (VINCI-Gruppe), um die 400.000 m² große Baustelle einzuebnen, deren Asphaltierung gerade fertiggestellt wurde. „Als unsere Mannschaften anfangs eintrafen, war das Gebiet von einer Ebene noch weit entfernt… Die gesamte Baustelle wies enorme strukturelle Unterschiede auf“, erklärt Frédéric Matrat, Abteilungsleiter bei Eurovia Mediterranean. „Um 125.000 m³ Walzbeton mit einer Stärke von 20 bis 38 cm zu verwirklichen, die Bindeschicht mit 6 cm Dicke, mussten wir einige Bereiche abtragen und mit 40.000 m³ unbehandeltem Kies als Tragschicht neu gestalten.“
Um das zu erreichen, entschied man sich bei Eurovia Mediterranean für Maschinensteuerungstechnik, die zur modernsten heute erhältlichen Technik zählt… Topcons Millimeter GPS (mmGPS)-System. „Da wir große Mengen auf einer riesigen Fläche (mit einer Breite von 800 m) verarbeiten mussten, hat sich die 3D-Maschinensteuerung, bei der die Höhendaten per Laser gescannt werden, sehr schnell bei uns durchgesetzt“, erklärte Matrat. Eine Wirtgen 2100 Asphaltfräse, zwei Volvo G930 Grader und eine Caterpillar 120 M Planierraupe wurden mit mmGPS ausgestattet.

„Von 500 Kernproben erwiesen sich lediglich zwei als nicht stark genug… das Labor war richtig verblüfft!“
GNSS – GPS et GLONASS

mmGPS, von Topcon 2004 entwickelt, findet unter den französischen Arbeitern allmählich Resonanz. „Selbst wenn Gewohnheiten geändert werden müssen, unser System bietet mehr als sich die meisten Kunden in den Industrienationen erhoffen“, sagte Yves Herrada, Bereichsleiter bei Topcon Positioning Frankreich. Eurovia hat in Fos-sur-Mer die Technik von Topcon wegen ihres Bedienkomforts vorgezogen. Thierry Roux, Leiter der Region Aix-en-Provence, erklärte: „Durch die Kombination eines Lasersenders mit dem GNSS-System können nicht nur mehrere Maschinen gleichzeitig arbeiten, sondern auch Vermesser mit einer vergleichbaren Ausrüstung im gesamten Arbeitsbereich ihren Aufgaben nachgehen. Alle erhalten Werte, deren Abweichungen bei unter einem Zentimeter liegen. Dank dieser Lösung, bei der alle Maschinen oder Vermesser mit einer eigenen Totalstation arbeiten, können wir die althergebrachten Arbeitsweisen hinter uns lassen. Mit Topcon funktionieren alle Geräte im Arbeitsbereich mit dem gleichen System, ohne Signalverlust.
GNSS – GPS und GLONASS
Insgesamt benötigten wir für die gesamte Baustelle eine GNSS-Basiseinheit und vier mmGPS Laser für das 1,5 km lange Gebiet. Die Laser ließen sich problemlos vom Baustellenpersonal installieren – vom Vorarbeiter bzw. den Maschinenführern. Die Maschinen wurden einwandfrei ohne Sendestörungen von einem Laser an den nächsten übergeben, was eine stufenlose Anpassung und eine optimierte Tagesleistung ermöglichte. „Das vom japanischen Konzern entwickelte System bietet zahlreiche technische Vorteile. Unter anderem die LazerZone-Technologie, die das Herzstück des mmGPS-Systems ist. Im Gegensatz zu den üblichen Lasern emittiert dieser einen Strahl mit einem Radius von über 300 m, einem Winkel von 360° und einer Höhenabdeckung von 10 m. „Wir haben den Laser in einer Höhe von 1,6 m auf einem massivem Betonblock installiert, der speziell für mmGPS und diese Baustelle konstruiert wurde“, gab der Leiter an. Ein weiterer Pluspunkt war, dass Topcon sowohl das amerikanische GPS als auch das russische GLONASS-Satellitensystem nutzt und dadurch unglaublich effizient ist. „Das System ist auf jeden Fall eine realistische Alternative zu den bisherigen 3D-Steuerungen“, meinte er.

„Durch die Kombination eines Lasersenders mit dem GNSS-System können nicht nur mehrere Maschinen gleichzeitig arbeiten, sondern auch Vermesser mit einer vergleichbaren Ausrüstung im gesamten Arbeitsbereich ihren Aufgaben nachgehen."
Um die durch die Maschinen verrichteten Arbeiten in den verschiedenen Projektphasen mit einer Genauigkeit von unter einem Zentimeter zu kontrollieren, erhielten die Vermesser Geräte, die an einem Mast mit mmGPS ausgestattet waren. Nachdem das System fünf Monate lang im Einsatz war, zeigten sich die Baustellenmannschaften begeistert. „Uns war eine Abweichung von ± 2 cm wichtig, tatsächlich wurde auf den Rundgängen eine Abweichung von ± 1 cm gemessen“, erklärte Matrat. „Von 500 Kernproben erwiesen sich lediglich zwei als nicht stark genug… das Labor war richtig verblüfft!“ Die tollen Ergebnisse, die an der Baustelle mit Eurovia Mediterranean erzielt wurden, waren für das Unternehmen Anlass genug, bei anderen Großprojekten in der Region genauso vorzugehen, zum Beispiel beim Grand Stade Nice an der A 50.
Der Bau des 2XL-Projekts ist ein gutes Beispiel für die neue Strategie von Topcon Frankreich, das jetzt für eine Reihe von Großkunden arbeitet. Die französische Tochtergesellschaft von Topcon Europe Positioning arbeitet nach einer vorteilhaften, internen Umstrukturierung jetzt mit vielen großen Baukonzernen zusammen. „Unser Ziel ist es, unseren Kunden ein starker Partner zu sein, sodass sie sich auf unsere stetig wachsende Erfahrung in der Durchführung wichtiger Projekte wie diesem verlassen können“, erläuterte Gael Basseville, zuständig für die Topcon Maschinensteuerung in Frankreich. „Wir bringen mehr als nur unsere Erfahrung ein, wir bringen unsere Kompetenz und verfahrenstechnische Unterstützung ein, um das richtige System am richtigen Ort zu verwirklichen.“