Man ist nie zu alt, um von Technologien zu profitieren.

Seit Jahrhunderten geben die Landwirte ihr Wissen und ihre Erfahrung an die nächste Generation weiter und schulen ihre Söhne und Töchter in den Feinheiten der modernen Landwirtschaft. Doch mit der rasanten Zunahme des Einsatzes der Agrartechnik scheint sich das Blatt gewendet zu haben. Heute ist selbst einem erfahrenen Erzeuger bewusst, dass er auch von der zweiten oder dritten Generation noch etwas lernen kann.

Die Grofield-Farmen in der Nähe von Walton, Ontario, sind ein gutes Beispiel dafür. David Grofield gibt bereitwillig zu, dass sein Vater kein Steuerungs- und Präzisionslandwirtschaftssystem gekauft hätte, wenn er nicht auf dem Hof geblieben wäre, um den Betrieb schließlich zu übernehmen. Ursprünglich wurde die Farm 1967 von Davids Großvater als Molkereibetrieb gegründet, doch inzwischen hat die Familie die Molkerei durch Geflügelställe ersetzt und auf eine Fruchtwechselwirtschaft mit Mais, Sojabohnen und Weizen umgestellt, die alle von der GNSS-Steuerung profitieren.

„Wir haben noch eine WAAS-Einheit in einem anderen Traktor, aber unser Hauptsaattraktor ist jetzt mit einer Topcon-X30-Konsole und einer AGI-4-Modular‑/Lenksteuerung mit RTK-Modul ausgestattet“, erklärt David. „Wir haben auch unsere eigene Basisstation, die Teil des TopNETlive-Netzwerks ist, und nutzen eine Mobilfunkverbindung, um RTK-Korrekturen zu empfangen, die eine Genauigkeit von etwa zwei Zentimetern ermöglichen.“

Grofield sagte, die Satellitensteuerung habe nicht nur Stress und Unannehmlichkeiten für ihn abgebaut – eine angeschlagene Schulter ist die Folge einer Verletzung aus der Kindheit –, sondern es auch seinem Vater ermöglicht, länger zu arbeiten.

„Wie sich herausstellt, genießt Dad es wirklich“, so David weiter. „Nicht nur, dass das Säen weniger stressig ist, sondern es lässt uns auch bis in die Nacht hinein arbeiten, wenn die Zeit für die ganze Aussaat knapp ist. Die andere Sache ist, dass man die Aussaat besser überwachen kann, da man nicht aufpassen muss, wo man hinfährst.“

„Nicht nur, dass das Säen weniger stressig ist, sondern es lässt uns auch bis in die Nacht hinein arbeiten, wenn die Zeit für die ganze Aussaat knapp ist.“

David Grofield von den Grofield-Farmen


Man ist nie zu alt, um von Technologien zu profitieren.

Die Grofields sind nicht die einzige Vater-Sohn-Partnerschaft in Ontario, die von der GNSS-Technologie profitiert. Knapp 50 Kilometer entfernt haben Jeff Baker und sein Vater Gary ebenfalls eine Satellitensteuerung sowie automatische Reihenkupplungen an ihrem Maispflanzer installiert. In diesem Fall war es jedoch der Vater, der den Ball ins Rollen brachte.

„Ursprünglich hatte ich das erste automatische Steuerungssystem gekauft, da Jeff damals noch die Universität besucht hat und ich selbst die Landwirtschaft betrieben habe“, so Gary. „Endlich konnte ich 16 oder 18 Stunden arbeiten, ohne das Gefühl zu haben, fürchterlich kaputt zu sein. Am Ende des Tages war ich zwar müde, aber nicht völlig erschöpft. Das hat mich schnell von der automatischen Steuerung überzeugt, so dass wir inzwischen weitere Teile der Technologie hinzugenommen haben.“

Wie Gary erklärt, geht die Baker-Farm auf die frühen 1900er Jahre zurück, als sich sein Großvater auf der heutigen Farm niederließ. Seit der Zeit jedoch, als sein Vater mit der Landwirtschaft begann, bis heute ist die Farm von etwa 75 ha auf fast 400 ha angewachsen, wo im Wechsel Mais, Sojabohnen und Weizen angebaut werden.

 

„Was mir an dem Topcon-System auch gefällt, ist, dass es mit anderen Systemen zusammen funktioniert, während einige andere Marken nur mit ihren eigenen Markenkomponenten arbeiten.“

Gary Baker


Man ist nie zu alt, um von Technologien zu profitieren.

Wie die Grofields nutzen auch die Bakers einen Topcon-X30-Monitor und das Echtzeit-GNSS-Referenznetzwerk TopNETlive zum Empfang einer bis auf zwei Zentimeter genauen Positionierung. Das sorgt von Durchgang zu Durchgang und von Saison zu Saison für Wiederholbarkeit. Außerdem verfügen sie über abschnittsgesteuerte Kupplungen an ihrem Saatgerät, das nicht nur eine automatische Abschaltung an Punktreihen und Vorgewenden vorsieht, sondern auch die variable Saatgeschwindigkeit ihrer Maisaussaat regelt.

Ein weiteres Problem sei, sagte er, dass einige der anderen Systeme, die er in der Vergangenheit benutzt habe, von den GLONASS-Satelliten, die von den russischen Luftfahrtstreitkräften betrieben würden, keine Signale empfangen hätten. Daher habe es tote Bereiche geben können, wenn die US-amerikanischen GPS-Satelliten sich nicht über der Erde befunden hätten oder nicht verfügbar gewesen seien.

Jeff erklärte, auch das freie WAAS-Signal, das sie vor der Umstellung auf RTK verwendet hätten, habe seine eigenen Probleme gehabt.

„Im Allgemeinen lassen wir auf Mais Sojabohnen folgen und teilen die 30-Zoll-Maisreihen in 15-Zoll-Sojabohnenreihen auf“, so Jeff, womit er auf die Bedeutung eines genauen Korrektursignals hinwies. „Das bedeutet, dass wir nur etwa 7½ Zoll haben, mit denen wir arbeiten können, um den Samen genau dorthin auszubringen, wo wir ihn haben wollen. Wir wollen auf keinen Fall, dass er auf einer alten Maisreihe landet. Wir können bis auf fünf Zoll heruntergehen, aber bei noch weniger riskieren wir, dass das Tiefenrad über die alte Reihe oder die Wurzelballen läuft. Das wiederum wirkt sich natürlich auf die Pflanztiefe dieser Sojabohnenreihe aus.

„Was mir an dem Topcon-System auch gefällt, ist, dass es mit anderen Systemen zusammen funktioniert, während einige andere Marken nur mit ihren eigenen Markenkomponenten arbeiten“, erklärt Gary. „Wenn es Zeit zum Sprühen oder Mischen ist, ist es schön zu wissen, dass alles funktioniert. Es macht viel weniger Stress, wenn man weiß, dass man selbst mit einem 60-Fuß-Spritzgestänge direkt auf der Reihe ist. Mit dem Älterwerden wird das Abschätzen schwieriger. Die Saatgut-, Kraftstoff- und Düngemitteleinsparungen mögen ja einiges wert sein, aber ich kann Ihnen wirklich nicht sagen, was eine Stunde Stress und Sorgen wert ist und wie viel diese Ersparnis jedes Jahr ausmacht. Persönlich bin ich froh, dass ich darüber nicht nachzudenken brauche.“

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