Ein Flughafen auf dem Weg nach oben

Vermessung von über 100 Hektar Potenzial

Die Vorbereitungen für die Erweiterung eines Flughafens stellen eine große Herausforderung dar. Zum Glück sind am Internationalen Flughafen Clemente Panero in Albenga, Italien, echte Experten am Werk.

Die auch als „Stadt der hundert Türme“ bekannte Küstenstadt in der atemberaubenden Region Ligurien beflügelt zweifellos die Fantasie. Sie ist ein beliebtes Urlaubsziel.

„Was diesen Flughafen zu etwas Besonderem macht, ist seine wunderschöne Umgebung. Auch aus orografischer Sicht ist er etwas Besonderes. Wir befinden uns in einer Ebene, die von wunderschönen Hügeln und Bergen umgeben ist. Dies ist es, was den Flughafen Albenga, auch unter dem Namen Internationaler Flughafen Clemente Panero bekannt, definiert“, so Giuseppe Scarlata. Nach 20 Jahren Tätigkeit am Flughafen wurde Scarlata unlängst zu dessen Geschäftsführer ernannt.

Erhöhtes Flugaufkommen

„Ursprünglich hieß der Flughafen Villanova d’Albenga und wurde 1922 errichtet“, erzählt er uns. „Damals war er ein Militärflughafen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er zu einem Zivilflughafen umfunktioniert. Ende der 1970er-Jahre erfolgte eine Erweiterung durch den Güterverkehr – Güter wie Blumen von der ligurischen Riviera –, aber auch in Bezug auf die Zivilluftfahrt war der Flughafen mit Verbindungen nach Nordeuropa erfolgreich. Zweitausend Verbindungen wurden eingerichtet: Verbindungen mit der Hauptstadt und mit Sommerzielen wie Sardinien.“

„Wir befinden uns in der Ebene von Albenga. Es handelt sich um eine strategische Position, direkt zwischen den Flughäfen von Nizza und Genua. Wir befinden uns genau in der Mitte“, so Scarlata.

„Derzeit finden verstärkt Flugbewegungen statt, obwohl die private Luftfahrt in Italien im Rückgang begriffen ist. Das zeigt bereits, dass Interesse an diesem Standort vorhanden ist. Alle sind restlos begeistert von der Schönheit der hiesigen Landschaft, davon, wie nah die Strände sind, und wie schön die Berge im Hintergrund“, erklärt Clemens Toussaint, Gesellschafter des Flughafens.

„Am Flughafen finden verstärkt Flugbewegungen statt, obwohl die private Luftfahrt in Italien im Rückgang begriffen ist.“

Clemens Toussaint, Internationaler Flughafen Clemente Panero

Länge von London City

„Unsere Start- und Landebahn hat die Länge von London City. Alle Flugzeuge von bis zu 30 oder 40 Tonnen finden hier Platz. Inzwischen haben wir die Genehmigung erhalten, auf einer Fläche von bis zu 60.000 Quadratmetern Hangars zu errichten, was uns in eine sehr privilegierte Position versetzt. In Nizza und Cannes, den nächstgelegenen Flughäfen auf französischer Seite, gibt es solche Möglichkeiten nicht. Wir können Hangars bauen, wir können Flugzeuge hier warten. Wir können diesen Ort wirklich in eine Servicestelle verwandeln“, so Clemens Toussaint.

Er fügt hinzu: „Wir möchten als Flughafen für die allgemeine Luftfahrt, die private Luftfahrt und die industrielle Luftfahrt wachsen. Piaggio, der letzte Flugzeugbauer in Italien, befindet sich hier vor Ort, und es gibt regen Flugverkehr durch Privatflugzeuge an der französischen und italienischen Riviera, weshalb wir uns als Alternative positionieren wollen.

Es ist ein unerforschter Flughafen in einer Gegend, in der drei Länder aufeinandertreffen – Italien, Frankreich und Monaco –, und wir beraten derzeit mit den Regierungen von Italien und Monaco über die Zukunft.“

Damit eine Erweiterung möglich ist, muss zunächst die gegenwärtige Situation gründlich untersucht werden. Mit dieser Aufgabe ist Giovanni Velizzone, ein erfahrener Topograf, zusammen mit seinem Unternehmen, Studio Tecnico Velizzone, betraut. Das Studio arbeitet bereits seit über 25 Jahren an allem rund um das Thema Topografie in ganz Norditalien.

„Es war ein herausforderndes Projekt. Neben klassischer Topografie müssen auch die Anforderungen der Zivilluftfahrt berücksichtigt werden.“

Giovanni Velizzone, Studio Tecnico Velizzone

Topografie trifft Luftfahrt

Während der gesamten Zeit hat Studio Tecnico Velizzone Topcon-Instrumente für seine Arbeit eingesetzt. Giovanni Velizzone: „Unsere Zusammenarbeit ist ausgezeichnet. Ich betrachte Topcon fast schon als Familie. Dank dieser Beziehung konnte ich mein Unternehmen im Laufe der Jahre ausbauen.

Momentan arbeiten wir an der Erfassung des Flughafengeländes. Davor haben wir das gesamte den Flughafen umgebende Grundstück kartiert. Mit anderen Worten, wir haben das geografische Informationssystem des Flughafens eingerichtet. Unter Befolgung aller Vorgaben haben wir detaillierte Karten des Flughafengeländes, einschließlich Gütern und Dienstleistungen, erstellt.

Die Arbeit war eine ziemliche Herausforderung. Neben klassischer Topografie müssen auch die Anforderungen der Zivilluftfahrt berücksichtigt werden. Diese weichen ein Stück weit von der konventionellen Topografie ab. Eine weitere Herausforderung war die Einrichtung eines Grid-Frameworks, welches das gesamte Flughafengelände, das mehr als 100 Hektar umfasst, abdeckt.“

Velizzone und sein Unternehmen haben auf dem Flughafengelände mehrere Topcon-Instrumente eingesetzt. „Angefangen hat es mit den Totalstationen GTS-700. Diese haben wir verwendet, als wir die Arbeit hier aufgenommen haben. Wir haben die ersten Legacy-GPS-Empfänger eingesetzt. Jetzt verwenden wir GPS Base und einen GR-3 Rover. Außerdem arbeiten wir mit dem PS-101, dem MS05 und dem GPT-3002, allesamt mit Feldrechnern ausgestattet.“

Mit Unterstützung von Velizzones Unternehmen bereitet der Internationale Flughafen Clemente Panero sich auf ein spannendes neues Kapitel vor. Und wenn Sie uns fragen, wird er mit Bravour bestehen.

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